Heilpflanzenmonographie - Thymian

Thymian Thymus vulgaris

von Ines Sturm

Sonnenhut

Familie: Lippenblütengewächs

Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut

Volksnamen: Immenkraut, Römischer Quendel, Kudelkraut, Echter Thymian, Immenkraut, Bienenkraut, Marienbettstroh

Botanik:
Pflanzenbeschreibung: Bis zu 50cm hoher Strauch mit verholztem Stängel und ovalen, dunkelgrünen Blätter die stark duften. Die Blüten sind klein und hellrosa und wachsen in kugeln oder Ähren an den Spitzen der Stängel.
Sammelzeit: Mai bis August

Inhaltstoffe: Ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Heilwirkung: Schleimlösend, krampflösend, auswurfförernd, antibakteriell,keimhemmend

Anwendung:
Innerlich: Tee, Sirup, Fertigpräparate, Honig Bronchitis, Keuchhusten, Krupphusten, Blähungen, Appetitlosigkeit Erschöpfung und Schwächezustände
Äußerlich: Spülungen, Bad, Salbe, Wickel und Kompressen, Kräuterkissen Entzündungen der Mund-Rachenschleimhaut, Husten, Heiserkeit, Akne, unreine Haut

Nebenwirkungen: nicht bekannt

Zubereitung und Dosierung: 1Tl Droge mit 150ml siedendem Wasser übergießen und 7min bedeckt ziehen lassen.

Mythologie und Geschichte: „Mutmacher ist sein wahrer Name“, ein Zitat von Hermann Josef Weidinger. Das Kraut wurde im Mittelalter stärkenden Bädern zugesetzt, um den Rittern vor der Schlacht Mut zu verleihen. Der Name Thymian stammt von dem griechischen Wort thymos, das „Kraft, Stärke, Mut“ bedeutet. Die Ägypter verwendeten den Thymian zum einbalsamieren ihrer Toten. Im Altertum und im Mittelalter wurde Thymian geräuchert und zur Abwehr von Seuchen verwendet. Die Römer schützten mit Thymian ihre Getreidevorräte vor Schädlingen. Thymian schützte mit seinen antibakteriellen Eigenschaften auch die Gebärenden.

Die Jungfrau Maria soll die Krippe ihres Kindes mit Thymian ausgepolstert haben, deshalb wird Thymian heute noch Marienbettstroh benannt. Der deutsche Botaniker Leonhart Fuchs schrieb in seinem Kräuterbuch von 1543: „Thymian mit Honig gekocht und getrunken ist förderlich und nützlich denjenigen, die das Keuchen und das schwere Atmen haben.“ Thymian stärkt auf natürliche Weise die Abwehrkräfte und schützt vor Grippe und wird auch als „Antibiotika der armen Leute bezeichnet“.

Wildkräuterküche:
Thymianwein: 30g getrocknetes Kraut 7 Tage in einem trockenen Weißwein ziehen lassen und dann abgießen.

Sonstiges: Der Thymian wird gern besucht von Bienen, Hummeln und anderen Insekten.
Thymian ist die Arzneipflanze des Jahres 2006
„Die nächste Grippe kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt“

Maiglöckchen
Maiglöckchen und Thymian
Rittersporn und Majoran,
Narziß und Akelei!
Könnt ich in deinen Garten gehen
Und deine roten Rosen sehn,
Mein Herz wär jung und frei.

Maiglöckchen und Thymian,
Rittersporn und Majoran,
Narziß und Männertreu!
Ließt du mich in den Garten ein
Und dürfte ich dort Gärten sein,
Ich wär gesund und neu.
Übersetzt von Heinz Kahlau
Unbekannter Dichter aus dem 17. Jahrhundert