Heilpflanzenmonographie - Sonnenhut

Sonnenhut Echinacea purpurea L.

von Ines Sturm

Sonnenhut

Familie: Korbblütengewächse, Asteraceae

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Echinacea radix) März und Oktober von 4-jährigen Pflanzen
Kraut (Echinacea herba)

Volksnamen: kleine Sonnenblume, Amerikanischer Sonnenhut, Kegelblume

Botanik:
Standort: Sonnenhut kommt eigentlich aus Amerika, wird aber heute in vielen Gärten angepflanzt und ist dadurch an einigen Stellen auch verwildert anzutreffen.
Pflanzenbeschreibung: Der Sonnenhut hat eine Pfahlwurzel, die senkrecht im Boden verankert ist. Der borstig behaarte Stängel ist zwischen 30-120 cm lang und dünn. An dessen Spitze je eine große Korbblüte sitzt. Zungenförmige Randblüten stehen zuerst lückenhaft schräg aufwärts und sind eher grünlich, bis sie sich beim Erblühen rosa färben und schlaf nach unten hängen. Sie bilden quasi die Hutkrempe des Blütenbodens, der sich während der Reifezeit der Blüte von seiner zuerst flachen Form zum Igelkopf aufgerichtet hat.

Inhaltstoffe: Polysaccharide, Echinacin, ätherische Öle, Harze, Inulin, Bitterstoffe, Phytosterine, Echinacoid, Alkamide und Flavonoide

Heilwirkung: Die Heilwirkungen sind inzwischen ausführlich wissenschaftlich untersucht: Echinacea stimuliert die körpereigene Interferonproduktion und steigert unspezifisch die Abwehrfunktionen. T- und B- Lymphozyten werden aktiviert und die Vermehrung von Viren, Bakterien und Protozoen blockiert. Die Inhaltstoffe kommen erwiesenermaßen als Wirkstoffkomplex vor allem im Gesamtauszug zur Wirkung. Echinacea bewährt sich bei innerlicher Anwendung zur unterstützenden Behandlung von Grippe und Erkältung.

Innerliche Anwendung: Echinaceahonig, Frischpflanzensaft, Fertigpräparate Abwehr steigernd, somit gegen Infektionen aller Art, Erkältungen, Entzündungen
Äußerliche Anwendung:Tinktur, Salben, Umschläge Äußerlich zur Heilung von oberflächlichen Wunden aller Art, Schuppenflechte, Herpes simplex, Aphten, Ulcus cruris, Phlegmonen, Kopfschmerzen, Insektenstiche.

Nebenwirkungen: Bei parenteraler Anwendung in Einzelfällen allergische Reaktionen möglich

Gegenanzeigen: Bei so genannten progredienten Systemerkrankungen wie Tbc, MS, oder Leucosen, HIV – Infektionen u.a. Autoimmunerkrankungen. Neigung zu Allergien, besonders gegen Korbblütler. Schwangerschaft.

Mythologie und Geschichte: Der rote Sonnenhut wurde bereits von den indianischen Ureinwohnern Nordamerikas als Antiseptikum gegen Entzündungen, Eiterungen genutzt und die Sioux – Indianer setzten die Pflanze als Gegenmittel bei Schlangengifte ein. Ein amerikanischer Arzt, den Medizinmänner von der Heilkraft des Sonnenhutes überzeugten, führte daraufhin die Pflanze in den Arzneischatz der USA ein. 1938 wurde sie auf Veranlassung von Dr. Gerhard Madus erstmalig in Deutschland angebaut.

Wildkräuterküche: Die leuchtenden Blütenblätter sind eine außerordentliche Zierde auf Sommersalaten.

Sonstiges: Rechtzeitig die Abwehr stärken und einen intermettierenden Zyklus einnehmen!